Erinnerungsorte

Erinnerungsort Höckerlinie bei Tettingen

Erinnerungsort Höckerlinie bei Tettingen

Der Westwall ist ein 630km langes, militärisches Verteidungssystem aus der Zeit des Nationalsozialismus. Er wurde zwischen 1936 und 1940 gebaut und bestand aus tausenden Bunkeranlagen und Befestigungen. Das nationalsozialistische Regime baute den Westwall als Vorbereitung für den 1939 vom Dritten Reich begonnenen Angriffskrieg. Auch in der Gemeinde Perl hat der Westwall Spuren hinterlassen. Der sogenannte Orscholz-Riegel aus dem Jahr 1940 verläuft von der Mosel bei Nennig bis zur Saarschleife bei Orscholz. Als Ergänzung der bestehenden Westwall-Bunker entlang der Saar sollte er die Nachschubwege des geplanten Westfeldzugs gegen Frankreich sichern und einen französischen Angriff auf Trier verhindern. Es bestehen heute noch eine Reihe von Bunkeranlagen und die Reste der Panzersperren, der sogenannten „Höckerlinie“. Die Sperrlinie durchzog die Gemeinde von West nach Ost und den Saargau zwischen den Wäldern für Fahrzeuge und Panzer verschließen. Da die Einwohner während der Bauzeit des Orscholz-Riegels aufgrund des Krieges evakuiert waren, war die Überraschung bei Ihrer Rückkehr Mitte 1940 groß. Teilweise waren Bunker in ihre Gärten gebaut worden und die Höckerlinien zerschnitten die Felder der Landwirte. Nachdem man sich mit den Bunkern langsam arrangiert hatte, wurde deren Nähe zur Bebauung den Bewohnern des Saargaus wenig später zum Verhängnis.

Zwischen November 1944 und Februar 1945 war der Bereich des Orscholz-Riegels Schauplatz schwerer Kämpfe. Nach dem Ende der Kampfhandlungen lagen viele Dörfer in Trümmern, so auch Tettingen. Die Kämpfe zwischen den Alliierten und der Wehrmacht forderten tausende Menschenleben auf beiden Seiten, ein Teil der Opfer wurde in der Kriegsgräberstätte in Besch bestattet (3 km westlich). Es ist eine Ironie der Geschichte, dass nur 5 km von Schengen, dem Symbol für die Einigung Europas, die Schrecken des Krieges so unbarmherzig waren. Dank der Einigung Europas wird der Frieden gesichert und die einstigen Werkzeuge des Krieges verleiben als Narben in der Landschaft, die uns daran erinnern sollen, diesen Frieden zu erhalten und uns für Europa zu engagieren.

Südlich von Tettingen-Butzdorf ist noch immer ein Teil des Orscholzriegels sichtbar. Er liegt direkt südlich der Tettinger Kirche, vor der man auch parken kann.

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