Erinnerungsorte

Westwallmuseum Sinz

Westwallmuseum Sinz

Einer der wenigen erhaltenen und zugänglichen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, gelegen am Ortsrand von Sinz an der Straße nach Kreuzweiler, wurde von Sebastian Kirch aus Besch in privater Initiative Ende 1997 erworben. In der Folge wurde die Anlage stilgerecht restauriert und nach und nach zum Bunkermuseum ausgebaut. Dieser Bunker war im Jahre 1940 in der Endphase des sogen. „Westwallbaus“ errichtet worden. Er gehörte zu einer vorgeschobenen Riegelstellung, die im Zweiten Weltkrieg als der Orscholzriegel bekannt wurde. Seine militärische Aufgabe war es, einen gegnerischen Angriff zwischen den Flüssen Mosel und Saar auf die nördlich gelegenen Städte Konz und Trier zu verhindern. Für die Menschen der Region bedeutete er hingegen einen schweren Einschnitt in die gewachsene grenzüberschreitende  Kulturgemeinschaft mit den Nachbarn in Luxemburg und Frankreich.

Die Hauptkampflinie des Orscholzriegels begann an der Mosel zwischen Besch und Nennig und verlief über Tettingen und Oberleuken nach Orscholz. Der Bunker in Sinz mit der Wehrmachtshausnummer R53 wurde im nördlichen Hinterland dieser Linie errichtet. Mit dem oberhalb gelegenen Nachbarbauwerk nahm er eine defensive Aufgabe war. Der heute wieder restaurierte Bunker hatte die Funktion eines Gefechtsstandes. Im Verlauf der Kriegsjahre war es nach Zeitzeugenaussagen den Anwohnern der Kreuzweilerstraße gestattet, den Bunker als Luftschutzraum zu nutzen. Während des Zeitraums von Herbst 1944 bis Februar 1945 wurde der Eingangshof des Bunkers nach dem Bericht von Zeitzeugen als Granatwerferstellung genutzt.

Die französische Besatzung beseitigte in der Nachkriegszeit durch Sprengung einen Großteil der Bunkeranlagen des ehemaligen Orscholzriegels. Der Bunker R53 wurde aber von den französischen Behörden nicht gesprengt, da sonst die benachbarten Häuser in der Kreuzweilerstraße beschädigt worden wären. In den 1960er Jahren wurde das Bauwerk übererdet und man konnte nur noch einen Teil der Flügelwand an der Straße und einen Teil der Deckenkante sehen.

Ende 1997 hat der jetzige Betreiber des Museums das Grundstück von der Gemeinde Perl und den Bunker vom Bundesvermögensamt erworben, um ein Museum zu errichten. Im Jahre 1998 wurde das Bauwerk freigelegt und die Restaurierung begann. Bis 2002 wurde der Bunker vollständig restauriert und die Inneneinrichtung zum größten Teil wieder funktionsfähig installiert. Er ist seither nach Absprache der Öffentlichkeit als Museum zugänglich.

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